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Noviadi Angkasapura (b. 1979)

  • Ohne Titel. Kugelschreiber und Bleistift auf Papier, 2015 a
  • Ohne Titel. Kugelschreiber und Bleistift auf Papier, 2015 b
  • Ohne Titel. Kugelschreiber und Bleistift auf Papier, 2015 c
  • Ohne Titel. Kugelschreiber und Bleistift auf Papier, 2015 d
  • Ohne Titel. Kugelschreiber und Bleistift auf Papier, 2016 a
  • Ohne Titel. Kugelschreiber und Bleistift auf Papier, 2016 b
  • Ohne Titel. Kugelschreiber und Bleistift auf Papier, 2016 e
  • Ohne Titel. Kugelschreiber und Bleistift auf Papier, 2016 f

Alle Bilder: © Elmar R. Gruber

angNoviadi Angkasapura wurde 1979 in Jayapura, Irian Jaya, Indonesien geboren. Er wuchs in einem kulturellen Schmelzigel auf. Seit seiner Kindheit zeichnet er auf allerlei Unterlagen, die ihm zufällig in die Hände kommen. Am Abend vor seinem 24. Geburtstag hatte er eine mystische Erfahrung, die sich auf sein Leben und seine Art zu zeichnen auswirkte. Ein übernatürliches Wesen erschien ihm, forderte ihn auf, ein ehrliches und geduldiges Leben zu führen und gab ihm den Namen Ki Raden Sastro Inggil. Die Begegnung mit dem überirdischen Wesen kam ihm wie ein Traum vor obwohl er hellwach war. Er versuchte das Wesen, das ganz deutlich vor ihm stand, zu fassen, aber es ging einfach fort und verschwand. Nur zwei Worte ließ es zurück. Das Wesen hatte sie auf einen Zettel geschrieben: Ehrlich und geduldig. Es war die Aufforderung zu einer moralischen Grundhaltung in Offenheit und Gleichmut zu leben.

Seit der Begegnung mit dem übernatürlichen Wesen hat sich Angkasapuras kreative Schaffenskraft verstärkt. Wenn er zeichnet, fühlt er das Wesen stets bei ihm, ein unsichtbarer Begleiter, der die Hand führt, von der Angkasapura nie weiß, was sie als nächstes zeichnen wird. Die Zeichnungen von Angkasapura sind überraschend und sehr eigenständig. Ihre Kraft kommt auch aus einem unterschwelligen mythischen Strom. Er erinnert an die Schriftrollen des Wayang, des traditionellen balinesischen Schattenspiels, und an die Bildrollen aus Java, auf denen Geschichten aus dem Ramayana festgehalten wurden. Angkasapura macht aber etwas ganz Eigenständiges daraus, transformiert die hergebrachte Zeichensprache und Mythen mit einer ganz persönlichen oder vielmehr transpersonalen Bildsprache.

Unter dem westlichen Blickwinkel der Kunstsachverständigen wurden seine Werke als „Art Brut“ eingeordnet. Angkasapura hat in kurzer Zeit einen festen Platz unter den gefeierten Neuentdeckungen dieser Kunstrichtung gefunden. Aber sie sind immer auch mediumistisch in dem Sinne, dass sich Angkasapura von einer überpersönlichen spirituellen Kraft gelenkt fühlt. Wie andere mediumistische Künstler ist er der festen Auffassung, dass er mit seinen Zeichnungen einen Auftrag zu erfüllen hat und es ist dieses Drängen aus einem transpersonalen Urgrund, das ihn antreibt Bilder zu schaffen. Das Zeichnen selbst ist ein meditativer Akt, wie die Verbildlichung einer fortgesetzten Litanei, eine große gebetsartige Erzählung, in der jedes Element auf ein anderes verweist, ein selbstreferentielles inneres Universum für das Angkasapura lediglich der Übermittler ist.