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Narciso Bressanello (1915-2001)

  • Ohne Titel. Filzstift auf Papier, 1980
  • Ohne Titel. Filzstift auf Papier, 1981
  • Ohne Titel. Filzstift auf Papier, 1982a
  • Ohne Titel. Filzstift auf Papier, 1985
  • Ohne Titel. Filzstift auf Papier, 1987
  • Ohne Titel. Filzstift auf Papier, 1987a
  • Ohne Titel. Filzstift auf Papier, 1987b
  • Ohne Titel. Kugelschreiber auf Papier, 1981
  • Ohne Titel. Kugelschreiber auf Papier, 1981a
  • Ohne Titel. Kugelschreiber auf Papier, 1981b
  • Ohne Titel. Kugelschreiber auf Papier, 1981c
  • Ohne Titel. Kugelschreiber auf Papier, 1981d
  • Ohne Titel. Kugelschreiber auf Papier, 1982
  • Ohne Titel. Kugelschreiber auf Papier, 1982b
  • Ohne Titel. Kugelschreiber auf Papier, 1984

Alle Bilder: © Elmar R. Gruber

nb018Narciso Bressanello, ein Bootsbauer aus Venedig, begann im Alter von 61 Jahren, als er lebensbedrohlich erkrankte, einem unwiderstehlichen Drang folgend, hunderte großformatige Bilder zu zeichnen. Nach wenigen Blättern hatte sich sein Stil ausgebildet: In eleganten netzartigen Strukturen aus komplexen Gebilden formte er menschliche Figuren, Tiere und Gebäude in einer unverwechselbaren Bildsprache. Wenn er daran ging, eine Zeichnung anzufertigen, wusste er nie was geschehen würde. Ohne Plan, ohne Ausbesserungen und Korrekturen fertigte er seine Zeichnungen in rascher Folge an.

In seiner feuchten Werkstatt im Stadtteil Dorsoduro von Venedig, wo er früher Boote baute, richtete er sich fortan sein Atelier an. Dort zeichnete er Tag für Tag wie besessen. Unter einer Art Zwang sprach er einfache Texte in rhythmischem Stakkato vor sich hin. Oft las er sie aus irgendwelchen Prospekten ab, die zufällig auf seinem Arbeitstisch lagen, während seine Hand dazu automatisch mit großer Schnelligkeit und Sicherheit dem stockenden Tonfall seiner Stimme folgend faszinierende Bilder zeichnete.

Bressanellos Themen entstammen seiner Lebenswelt und seiner Heimatstadt, verklärt zu einer oszillierenden Kosmologie aus fein verwobenen gitterartigen Ornamenten und oszillierendem Farbenspiel: Vögel und Fische mit Köpfen an beiden Seiten des Körpers (vom Anbeginn der Welt, wie Bressanello erläutert, als Mann und Frau noch keine getrennten Wesen waren), Visionen seiner Heimatstadt Venedig in vibrierenden Farbnetzen oder im Inneren eines riesigen Fischleibs, Heilige und Patriarchen als Schützer der Menschheit, der „Bucintoro“, das Prunkschiff der Dogen von Venedig, der Löwe, das Symboltier Venedigs.

Zu Beginn war Narciso Bressanello nur ein autodidaktischer Maler, der unvermittelt einem unerklärlichen Impuls folgte. Ein Nachbar aus seinem Viertel vermutete einen paranormalen Hintergrund. Er organisierte spiritistische Sitzungen, bei denen sich der „Geistführer“ Fidelio meldete und sich als Urheber der Werke zu erkennen gab. Bressanello hat das Auftreten des „Geistes“ mit Freude und nicht ohne Stolz zur Kenntnis genommen und akzeptierte fortan die spiritistische Interpretation seiner Werke.